Verlegen von Natursteinen wie Marmor, Granit und anderen Materialien


Jedes Material muss mit den geeigneten Werkstoffen, in der geeigneten Methode
und auf den dafür geeigneten Untergrund verlegt werden. Bei der Verlegung von
Natursteinen wie Marmor oder Granit, aber auch bei anderen Materialien wie
Keramik oder Glasfliesen müssen eine Vielzahl von Gegebenheiten und Kriterien
für eine fachgerechte Verlegung beachtet werden. Nachfolgend geben wir eine
Anleitung, die Ihre künftigen Arbeiten erleichtern und Fehlerquellen vermeiden soll.


1. Allgemeine Informationen und Arbeiten vor Beginn der Verlegung:

- Vorbehandlung des Untergrundes
- Unterschiede zwischen Tiefgrund und Haftgrund
- Verarbeitung selbst verlaufender Ausgleichsmassen
- Auswahl des Fugenmörtels
- Bereiche für den Einsatz von Silikondichtstoffen
- Fliesenkleberauswahl
- Ausgleichen von Unebenheiten mit Fliesenklebstoffen
- Begehbarkeit von Böden nach dem Verlegen
- Fliesenkleberauswahl bei Spanplatten als Untergrund
- Austrocknung des Natursteinbodens


2. Verlegung und Verfugung von Naturstein wie Marmor und Granit:

- Vermeidung optischer Mängel
- Vermeidung von Überzahnungen
- Vermeidung von Verfärbungen
- Vermeidung von Ausblühungen (Verfärbungen der Randzonen)
- Vermeidung von Kratzern auf Natursteinen während der Bauphase
- Auswahl der geeigneten Verlegemethode von Natursteinen
- Verlegungsanleitung der Methoden Dünnbett, Mittelbett und Dickbett
- Verfugung von Natursteinbelägen


1. Allgemeine Informationen vor der Verlegung:



Vorbehandlung des Untergrundes

Die Untergrundhaftung ist das A und O einer jeden Verlegearbeit von Natursteinen. Untergründe müssen vor Beginn der Verlegung vorbehandelt werden, um eine gute Haftung zu erzielen und eine qualitativ gute Arbeit zu gewährleisten. Bodenunebenheiten müssen ausgeglichen, die Verträglichkeit der verwendeten Materialien gewährleistet und Verfärbungsursachen beseitigt werden. Saugende Untergründe (mineralische Untergründe) wie z.B. Gipskarton, Gipsfaserplatten, Zementstriche, Zementfließstriche, Anhydritestriche, Kalk- und Zementputze sind mit lösungsmittelfreiem Tiefgrund vor zu behandeln.
Wir empfehlen,kreidefreie und sandende Untergründe mit lösungsmittelhaltigem Tiefgrund vorzubehandeln.

Tipp:
Um festzustellen welche Art von Untergrund (saugend oder nicht saugend) vorliegt, besprühen sie den Untergrund mit Wasser. Saugende Untergründe nehmen die Feuchtigkeit sehr schnell auf und trocken sofort wieder.
Nicht saugfähige Untergründe (mineralisch Untergründe) wie z.B. Beton sind vor dem Auftragen von mineralischen Fliesenklebern oder Spachtelmassen generell mit Haftgrund vorzubehandeln. Bei der Verwendung einer Spachtelmasse empfehlen wir eine „Nass in Nass“-Verarbeitung.
Bei bereits von Werksseite her grundierten Untergründen für Nassbereiche, wie z.B Gipskartonplatten, entfällt eine generelle Vorbehandlung mit Tiefgrund.

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Unterschiede zwischen Tiefgrund und Haftgrund

Haftgrundgemische übernehmen bei nicht saugenden Untergründen wie z.B. Beton oder Gussasphalt die Funktion eines Haftvermittlers. Sie dringen nur geringfügig in nicht saugende Oberflächen ein und werden im Regelfall im „Nass im Nass“-Verfahren unter Verwendung mineralischer Produkte, wie selbst verlaufende Spachtelmassen, verarbeitet.

Tiefgrundgemische (lösungsmittelfrei bzw. lösungsmittelhaltig) ziehen in saugfähige Untergründe ein. Sie dienen zur Verfestigung und bewirken den Saugausgleich vor dem Auftragen von z.B. Spachtelmassen, Fliesenkleber und Putzen.


Tipp:
„Nass in Nass“-Verfahren bedeutet: Unmittelbar nach dem Auftragen des Haftgrundes auf der Oberfläche des Untergrunds erfolgt ein Auftragen der nassen, z.B selbstverlaufenden Spachtelmasse.

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Verarbeitung selbst verlaufender Ausgleichsmassen

Selbstverlaufende Ausgleichmassen dienen zum Ausgleich von Unebenheiten auf Untergründen. Hierbei ist bei der Auswahl des verwendeten Produkts unbedingt auf die Eigenschaften einer Selbstnivellierung und einer geringen Schrumpfung zur Vermeidung von Rissbildungen zu achten.


Bei der Verwendung von selbst ausgleichenden Ausgleichsmassen ist die richtige Vorbehandlung des Untergrundes von größter Wichtigkeit. Schwach verfestigte Untergründe (sandend) sind für einen nachträglichen Ausgleich, aufgrund eines nicht erzeugbaren Haftverbundes, nicht geeignet. Durch das Auftragen eines Tiefgrundes kann jedoch eine Untergrundverfestigung erreicht werden. Außerdem muss auf die Formstabilität des Untergrundes geachtet werden.


Beim Auftragen der Spachtelmasse ist darauf zu achten, dass wegen ihrer Schubwirkung während der Aushärtung nichts auf angrenzende Bereiche der zu bearbeitenden Stelle (z.B. beim Boden auf die Wand) gerät. Dies fördert sonst die Rissbildung des abgebundenen Belags.

Bei selbst nivellierenden Spachtelmassen durch Vermeidung von zu hohen Temperaturen und vor Zugluft geschützt werden, da sonst Schockschwindungen Risse entstehen können.

Im Allgemeinen sind Spachtelmassen, abhängig von Temperatur und Schichtstärke, nach ca. 4-6 Stunden begehbar. Die optimale Temperatur beträgt 20° Celsius. Wir raten, stets die Angaben der Hersteller zu beachten.

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Auswahl des Fugenmörtels

Unter schmaler Fugenbreite versteht man Fugen von 1-5mm Breite. Unter breiten Fugen versteht man Fugen von 5-25mm Breite. Um diese unterschiedlichen Anforderungen zu gewährleisten, sind unterschiedliche Zusammensetzungen des Fugenmörtels nötig.

Die Fugenbreite steht in Abhängigkeit zu dem zu verlegenden Naturstein und der Fläche.
Schmale Fugen werden in der Regel bei Wandflächen, die zumeist aus weichen Materialien wie z.B. Marmor oder Kalkstein bestehen, angewendet. Hierbei ist die Auswahl des richtigen Fugenmörtels von entscheidender Bedeutung, um Kratzer auf der Oberfläche zu vermeiden und ästhetische, optisch feine Fugenoberflächen zu erzeugen.

Breite Fugen finden zumeist Verwendung bei großflächigen Natursteinplatten im Bodenbereich mit groben Oberflächen, um einen „rustikalen“ Eindruck zu erzeugen.

Von entscheidender Bedeutung sind eine ausreichende Fugenflankenhaftung, eine gute Verfüllung der Fugen unter Beachtung einer ausreichenden Feuchtigkeitsentwicklung, sowie das Erreichen von witterungsbeständigen Eigenschaften.

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Bereiche für den Einsatz von Silikondichtstoffen

Bei den Silikondichtstoffen ist grundlegend zwischen den neutralvernetzten (Alkoxy) und den essigsäurehärtenden (acetatvernetzenden) Systemen zu unterscheiden.

Im Normalfall finden in Nassräumen und Verglasungsbereichen wie Bäder, Duschen und Küchen essigsäurehärtende Dichtstoffe Anwendung. Sie zeichnen sich durch antibakterielle und pilzhemmende Eigenschaften aus. Dichtstoffe auf Essigsäurebasis sind nicht auf mineralischen Untergründen wie unlackiertem Metall oder Beton anzuwenden, da hier das Ausdünsten des Essigs beim Aushärten den Untergrund angreift. Auch sind diese Stoffe nicht zum Verfugen von Natursteinbelägen geeignet, da sonst durch das Eindringen des Silikons eine Fettrandbildung stattfindet.

Neutralvernetzte Silikone finden Anwendung in Natursteinsilikonen und Bausilikonen, da sie Natursteine, Metall und Beton nicht angreifen.

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Fliesenkleberauswahl

Die Auswahl des richtigen Fliesenklebstoffes ist abhängig vom Untergrund, dem verwendeten Material und des Anwendungsbereichs (innen bzw. außen). Hier ist zwischen mineralischen Klebstoffen, die mit Wasser angemischt werden müssen, und Klebstoffen auf Kunststoffbasis (verarbeitungsfertig) zu unterscheiden. Für dauerhafte Belastungen durch Nässe (z.B Schwimmbadbecken) sind diese Klebstoffe jedoch nicht geeignet. Hier sind Spezialklebstoffe zu verwenden.


Mineralische Fliesenkleber (bestehen auf Zementbasis) eignen sich sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich und sind prinzipiell für alle Untergrundarten geeignet. Sie sind jedoch nicht so flexibel wie Klebstoffe auf Kunststoffbasis. Durch die Flexibilität des Klebstoffes werden Verformungen des Untergrundes durch Wärme bzw. Frost- und Taueinwirkungen ausgeglichen, und eine Schädigungen des Natursteinbelags etc. vermieden.

Fliesenkleber auf Kunststoffbasis sind nur im Innenbereich anzuwenden. Sie werden für die Verfliesung von Wänden sowohl im Trockenbereich als auch im Nassbereich verwendet.
Die Anwendungsgebiete der jeweiligen Fliesenklebstoffe sind dem Gebindetext der jeweiligen Produkthersteller zu entnehmen.

Wichtig!
Verwenden Sie bei z.B. weißem Marmor oder auch bei Glasfliesen stets einen hellen Fliesenkleber, da sonst die üblicherweise grauen Klebstoffe durchschimmern, und das Farbbild der Fliesen bzw. Platten verfälscht wird.

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Ausgleichen von Unebenheiten mit Fliesenklebstoffen

Auf Kunststoffbasis bestehende, sowie mineralische Fliesenkleber werden im Dünnbettverfahren verarbeitet. Unter Dünnbettverfahren versteht man eine, nach dem Verlegen, maximale Schichtdicke von 5mm. Durch stärkere Schichtdicken wird die übliche Kontraktion des Materials (Schrumpfung) beim Aushärten stark erhöht und führt zu Spannungen unterhalb des Fliesenbelags. Dies würde im Regelfall zum Abscheren bzw. zum Ablösen der Fliese aus dem Verbund führen.

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Begehbarkeit von Böden nach dem Verlegen

Die Dauer der Begehbarkeit eines verlegten Bodens hängt von folgenden Faktoren ab:

- Saugfähigkeit des Untergrundes
- Umgebungstemperatur
- Verwendetes Steinmaterial
- Verwendeter Klebstoff (schnell- bzw. normalhärtend)

Die wichtigsten Faktoren sind - neben der Klebstoffeigenschaft - die Umgebungstemperatur und die Saugfähigkeit des Untergrundes. Schwach saugende Untergründe (z. B. Beton) und niedrige Temperaturen (1-5° Celsius) verzögern die Abbindung bei normalhärtenden, auf Kunstoffbasis bestehenden und mineralischen Kunststoffen. Die Verwendung von schnell aushärtenden Klebstoffen wirkt den Bedingungen wie Temperatur und Saugfähigkeit des Untergrundes entgegen.

Im Normalfall sind Bodenbeläge nach 24 Stunden begeh- und verfugbar. Nach 3 Tagen sind Natursteinböden im privaten Wohnbereich voll belastbar, während industriell genutzte Böden bis zu 28 Tage zum Aushärten für ihre volle Belastbarkeit benötigen.

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Fliesenkleberauswahl bei Spanplatten als Untergrund

Spanplatten sind kein optimaler Untergrund für einen Boden- oder Wandbelag. Das ist auf den hohen Feuchtigkeitsgrad der Platten durch die häufig unsachgemäße Lagerung und den unzureichend geschützten Einbau zurückzuführen. Spannplatten trocknen nämlich erst nach dem Einbau der Fliesen und der Inbetriebnahme der Räumlichkeiten ab. Dadurch verformt sich der Untergrund, was eine Rissbildung des Verbundes auf dem Untergrundbelag zur Folge haben kann.
Fliesen und Platten sollten daher nur auf Spanplatten des Typs V 100 G mit einer maximalen Restfeuchtigkeit von 8% verlegt werden. Auch gilt generell für alle Holzuntergründe von Boden und Wand, stets einen verformungsfreien Untergrund zu konstruieren.
Sind diese Vorraussetzungen gegeben, so kann mit mineralischen Flexklebern (Zementbasis), kunstoffbasierenden Fliesenklebern und Standartklebern unter zusätzlicher Dispersionsbeigabe der Boden- bzw. Wandbelag verlegt werden. Diese Klebstoffe gleichen geringe Verformungen durch Ihre Flexibilität aus, doch kann keine Gewährleistung aufgrund möglicher Nachverformungen des Untergrundes gegen Rissbildungen gegeben werden.

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Austrocknung des Natursteinbodens

Die Eignung des zu verlegenden Natursteins muss neben den Natursteineigenschaften auch von den direkten und örtlichen Bedingungen abhängig gemacht werden. Denn Dickbettmörtel aber auch zementäre Dünnbettmörtel können noch nach Jahren zu Ausblühungen führen.
Der ausgewählte Naturstein sollte unter Rücksprache mit der Service-Hotline des Mörtelherstellers verlegt werden, um eine sichere Lösung zu erarbeiten und rechtliche Sicherheit zu erhalten.

Bei der Verlegung ist darauf zu achten, den Boden nicht über längere Zeit mit luftundurchlässigen und starren Materialien abzudecken, um Schäden zu vermeiden. Natursteine sind in feuchtem Zustand wesentlich dunkler als abgetrocknet. Erst gegen Ende der Abtrocknungszeit von etwa 8 Wochen, kommt die endgültige Farbe zum Vorschein. Während dieser Zeit kann der Boden aufgrund ungleichmäßiger Abtrocknungen fleckig erscheinen. Achten sie jedoch darauf, z. B. bei Marmorfliesen bzw. Marmorplatten einen hellen Mörtel zu verwenden, da ein dunkelfarbiges Produkt das Farbbild von Fliesen und Bodenplatten abdunkeln würde.

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2. Verlegung und Verfugung von Natursteinen wie Marmor und Granit



Vermeidung optischer Mängel

Mangelndes Fachwissen ist der Hauptgrund für technische und optische Mängel an verlegten Natursteinbelägen. Neben unsauberen Fugen, ungleichmäßig verlaufenden Oberflächen und schlechter Arbeitsplanung kommt es zumeist durch falsch gewählte Klebstoffe zu erheblichen optischen und technischen Mängeln an den Natursteinbelägen. Besonders bei hellen Natursteinen, wie Marmor und Granit, führt die Wahl eines falschen Fliesenklebers zu erheblichen Problemen. Häufige verfärben sich nach der Verlegung die Natursteine und/oder die Zahnungen des Mörtel-Klebebetts und werden später auf der Oberfläche durch unprofessionelle Verlegung und unsachgemäße Verarbeitung der Komponenten sichtbar.
Um solche Mängel zu vermeiden, sollte in jedem Fall auf die Rückseite von hellen Natursteinfliesen Dichtschlämme aufgetragen und ein schnellabbindender, weißer Natursteinkleber verwendet werden.

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Vermeidung von Überzahnungen

Unter Überzahnungen versteht man unebene Verlegeflächen. Sie enstehen dadurch, dass die Platten direkt nach der Verlegung noch nicht gefestigt sind und im Mörtelbett schwimmen.
Bei großen Plattenformaten können bei der Verlegung im Dick- und Mittelbettverfahren sogenannte Überzahnungen durch die Verwendung schnellabbindender Mörtel und unter Zugabe von Quarzsand vermieden werden.

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Vermeidung von Verfärbungen

Verfärbungen entstehen durch das Eindringen verfärbender Substanzen auf der Oberfläche und durch die Unterseite der Natursteine. Aber auch Substanzen im Stein, können chemische Reaktionen im Laufe der Zeit zu Verfärbung des Natursteins führen.

Verfärbungen über die Oberfläche
Alle Natursteine haben Poren und sind mehr oder weniger porös. Durch diese Kapillaren können gelöste Farbstoffe in die Natursteinoberfläche eindringen und zu Verfärbungen führen. Deshalb sollten Natursteinoberflächen nach der Verlegung stets durch Imprägnierung vor eindringenden und verfärbenden Flüssigkeiten geschützt werden. Imprägnierungen dürfen jedoch erst nach der vollständigen Austrocknung des verlegten Natursteinbodens erfolgen.

Verfärbungen über die Unterseite
Im überschüssigen Wasser des Mörtels gelöste Substanzen verdunsten durch die Kapillaren des Natursteins und führen oftmals zu Verfärbungen. Sie werden einerseits durch organische Stoffe wie Zigarettenreste, Pappreste, Teerreste und Blätter etc. und andererseits durch anorganische Stoffe wie z.B. Kalk, der aus den Werkstoffen für Beton und Klebstoff austritt (Ausblühungen), verursacht. Vermeiden Sie daher Verunreinigungen und eine längere, luftundurchlässige Abdeckung des verlegten Natursteinbelags bis zu seiner endgültigen Austrocknung. Des Weiteren ist unbedingt für eine gute Belüftung zu sorgen, um eine rasche Trocknung des Natursteinbelags zu unterstützen.

Beim Mittel- und Dünnbettverfahren sollte daher der Untergrund gründlich vorbereitet sein und bei der Verlegung darauf geachtet werden, möglichst wenig Wasser zu verwenden. Bei hellen, besonders empfindlichen Steinen ist unbedingt ein schnellabbindender, weißer Natursteinkleber zu verwenden. Zusätzlich sollte in jedem Fall auf der Rückseite der hellen Marmor- bzw. Granitfliese eine Dichtschlämme aufgetragen werden.

Beim Dickbettverfahren sollte, zur größtmöglichen Entfernung von organischen, mineralischen und bituminösen Fremdstoffen, der verwendete Sand mehrfach gewaschen werden.

Verfärbung durch chemische Umwandlung im Naturstein
Verfärbungen, die durch chemische Reaktionen im Naturstein verursacht werden, sind wesentlich seltener als Verfärbungen durch eindringen verfärbender Substanzen in den Naturstein.

Verfärbende Minerale im Naturstein sind:
Pyrit – kommt in Granit, Marmor (z.B. Bianco Carrara) und Schiefer vor
Granat – kommt in Granulit (z.B. Kashmir White) vor
Biotit – kommt in Granit (Bianco Sardo) und Gneis (Serizzio) vor

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Vermeidung von Ausblühungen

Ausblühungen kommen nach der Verlegung von Natursteinen sehr häufig vor. Sie entstehen meistens im Bereich der Fugen und kommen im Innenbereich im Laufe der Austrocknungsphase zum Vorschein. Im Außenbereich treten sie auch noch lange nach dem Verlegen auf, was auf den wesentlich höheren Feuchtigkeitsgrad im Untergrund zurückzuführen ist.
Um Ausblühungen zu verhindern, wird dem Zement als Zusatzstoff Trass entsprechend der Anleitung beigemischt. Trass bindet den gelösten Kalk und verhindert dadurch Ausblühungen.

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Vermeidung von Kratzern auf Natursteinen während der Bauphase

Sand und grober Dreck an den Sohlen lässt Natursteinböden wie Marmor und Kalkstein schnell zerkratzen. Deshalb ist auf eine regelmäßige Reinigung der Sohlen und des Bodens zu achten. Sand und Schmutz unterhalb starrer Abdeckungen sind noch schlimmer als gar keine Abdeckungen. Deshalb nur flexible oder luftdurchlässige Abdeckungen wie Teppiche oder Decken verwenden. Die meisten Kratzer und Eckabrüche etc. entstehen erst nach der Verlegung und während des Einzugs.

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Auswahl der geeigneten Verlegemethode von Natursteinen

Die Verlegung von Natursteinen wird wesentlich von der Umgebung beeinflusst. Hier ist Folgendes zu beachten:

Fliesenverlegung im Freien
Die Verlegung im Freien erfolgt anhand eines speziellen Klebstoffes oder eines Mittelbettmörtels für den Außenbereich. Platten mit unregelmäßig verlaufenden Kanten (nicht gefast und kalibriert) sollten anhand eines Mittelbettmörtels im Mittelbettverfahren verlegt werden.
Bei der Fliesenverlegung im Freien muss der Untergrund besonders sauber vorbereitet und abgedichtet werden. Der Untergrund ist durch eine wasserdichte Schicht anhand eines flüssig aufzubringenden Dichtmittels zu versiegeln. Zusätzlich muss für eine sorgfältig verarbeitete Drainage zum Ablauf des Wassers gesorgt werden. Der Untergrund muss ein Gefälle zwischen einem und zwei Grad aufweisen.

Plattenverlegung auf Stelzlagern
Diese Art der Natursteinverlegung findet überwiegend Anwendung bei Terrassen und Balkonen. Unter Stelzlager versteht man kleine, mit Beton gefüllten Säcken oder vorgefertigte Systeme, auf die die Natursteinplatten gelegt werden. Durch dieses Verfahren kann eine Wartung der Wasser ableitenden Konstruktion gewährleistet werden. Außerdem bietet dieses System wesentliche Gewichtsvorteile. Die zu verlegenden Platten sollten eine Kantenlänge von mindestens 40cm und eine Stärke von 3cm aufweisen.

Plattenverlegung in der Kiesschüttung
Zur Verlegung in einer Kiesschüttung sollten die verwendeten Platten eine Kantenlänge von mindestens 40cm, bei einer Stärke von 3cm, aufweisen. Um eine bessere Standfestigkeit zu erhalten, empfehlen wir die Wahl einer gröberen Körnung, ohne Feinstanteile, zwischen 10-16mm. Der Wasserablauf sollte zusätzlich mit noch gröberen Körnern zwischen 20-30mm versehen werden, um einen dauerhaften Abfluss des Wassers zu gewährleisten. Um eine Verletzung der Isolierschicht weitestgehend auszuschießen, sollten die verwendeten Platten runde Kanten aufweisen.

Verlegung von Pflastersteinen
Üblicherweise werden Pflastersteine in einem Kies- oder Sandbett oberhalb einer tragenden und vorher verdichteten Schotterschicht verlegt. Auf dem Schotter wird nun der Sand bzw. feiner Kies aufgeschüttet und gleichmäßig verteilt. Nun können wahlweise große bzw. kleine Pflastersteine gesetzt werden, die unmittelbar im Anschluss trocken zu verfugen sind. Im Anschluss muss der Boden gerüttelt werden. Die nun wieder freiliegenden Fugen sind mit Kalkstein einzukehren und mit reichlich Wasser einzuschwemmen, da dadurch eine kompaktere Trocknung des Fugenmaterials erreicht wird.
Um eine deutlich verbesserte Tragfähigkeit zu erzielen, können Pflastersteine auch in einem Mörtelbett oberhalb einer Betonkonstruktion verlegt werden.

Wasserdichte Verklebungen
Um Untergründe wie Gipskartonplatten effektiv gegen Nässe zu schützen (bei Nassräumen, Duschen und im Außenbereich), sind spezielle Dispersionsklebstoffe mit Dichtfunktion oder Zwei-Komponenten-Kleber auf Epoxydharzbasis zu verwenden. Epoxydharzkleber sind mit Harz und entsprechendem Aushärter anzumischen. Da diese Klebstoffe nur eine kurze Verarbeitungszeit aufweisen, sind im Innenbereich Dispersionsklebstoffe vorzuziehen. Im Außenbereich und bei der Verfliesung von Arbeitsplatten sind zweikomponentige Klebstoffe, die zugleich Fugenmasse sind, zu verwenden.



Auswahlkriterien für die Verlegemethode
Auswahlkriterien für die Auswahl der Verlegemethode und der Natursteinauswahl bezüglich Material und Oberflächengestaltung etc. sind:

Das Einsatzgebiet:
- Wohnbereich (Bad, Dusche, Küche, Wohnräume, Balkon, Terrasse)
- Gewerbebereich (Hotel/Gasthaus, Einkaufsmarkt, Schwimmbad)
- Verkehrsbauten (Passagen, Flughafen, Bahnhof, Fassade)

Der Verlegeuntergrund:
- Beton (Betonfertigteile, Estrich)
- Putz (Zement, Gips, Kalk, Kalkzement)
- Trockenbaustoff (Trockenestrich, Gipskarton, Gipsfaser, Asphalt, Spanplatte)
- Metall (Aluminium, Stahl, Zinkblech)
- Kunststoff (Polyesterbeschichtung)
- Bestehende Beschichtungen (Teppichkleber, Leime, etc.)

Der Beanspruchung:
- Mechan. Beanspruchung (Geh- und Fahrverkehr, Punktbelastung)
- Thermische Belastung (Fußbodenheizung, Frost/Taueinwirkung)
- Chem. Belastung (Reinigungsmittel, Säure, Lauge, Öl, Fett)

Der Materialformate:
- Fliesenstärke
- Fliesenformat



- Boden- u. Wandplattenstärke
- Boden- und Wandplattenformat

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Verlegungsanleitung der Methoden Dünnbett, Mittelbett und Dickbett

Die drei wesentlichen Verlegemethoden im Bereich der Natursteinverlegung sind die Methoden:

- Dünnbettverlegung
- Mittelbettverlegung
- Dickbettverlegung


Verlegung im Dünnbett

Vorteil:
- Übliche Verlegung für Natursteinfliesen, techn. ausgereift

- Geringe Ausblühungs- und Verfärbegefahr

Nachteile:
- Nur für kalibrierte Fliesen bis zu einer Stärke von 15mm geeignet
- Zementstrich darf eine max. Restfeuchtigkeit von ca. 2,5% haben, dies wird nach etwa 28 Trocknungstagen erreicht
- Anhydritestrich darf eine max. Restfeuchtigkeit von ca. 0,5% haben
- Estrich darf keinerlei Unebenheiten haben
- Bei großflächigen Platten führen bereits kleinste Unebenheiten zu einer ungleichmäßigen Oberfläche

Die Klebebettdicke im Dünnbettverfahren beträgt maximal 5mm. Verlegearbeiten in diesem Verfahren können, bei bereits eingebauten Estrich, auch von Heimwerker vorgenommen werden.

Im Gegensatz zum Mittel- und Dickbettverfahren kann bei diesem Verfahren kein Ausgleich des Untergrundes durch Eindrücken des Mörtelbetts stattfinden. Deshalb findet dieses Verfahren der Natursteinverlegung nur bei sauberen und ebenen Untergründen und unter der Verwendung von kalibrierten Fliesen statt.

Bei Verlegearbeiten im Dünnbettverfahren können Dispersions-, Pulver- und Zwei-Komponenten-Epoxydharzklebstoffe verwendet werden. Diese Klebstoffsorten sollten schnellabbindend, speziell für Marmorsorten geeignet sein und vergütet werden. Bei hellen Marmorfliesen ist es ratsam, einen hellen Fliesenkleber zu verwenden und/oder die auf Fliesenrückseite vor der Verlegung eine spezielle Dichtschlemme aufzutragen.

Der Klebstoff wird anhand einer für das Dünnbettverfahren geeigneten Zahnkelle (dünne Verzahnung) auf ca. 1-1,5 qm Bodenfläche aufgezogen und gleichmäßig durchkämmt. Die Menge des aufgetragenen Klebers kann durch die verwendete Zahnung und der Schräghaltung der Zahnkelle reguliert werden. Die Fliesen werden nun mit einer leichten Drehbewegung in das Kleberbett gedrückt und dann genau ausgerichtet. Um eine gleichmäßige Verlegung zu gewährleisten und ein Abrutschen der Wandfliesen zu verhindern, können Fliesenkreuze verwendet werden.


Verlegung im Mittelbett

Vorteile gegenüber Dünnbettverlegung:
- Ausgleichsmöglichkeit von Maßabweichungen der Plattenstärken
- Ausgleichsmöglichkeiten von Unebenheiten im Estrich
- Kann bei der Verlegung großflächiger Plattenformate von bis zu 150cm Kantenlänge angewendet werden.

Nachteile:
- Höhere Gesamtbelagsstärke
- Höhere Verfärbungs- und Ausblühungsgefahr
- Nicht für alle Untergrundarten geeignet

Die Klebebettdicke im Mittelbettverfahren beträgt zwischen 5-20mm. Verlegearbeiten in diesem Verfahren sind nur bei bereits eingebauten Estrich und vom Fachmann vorzunehmen.

Das Mittelbettverfahren ist eine Mischung aus dem Dünn- und Dickbettverfahren. Es wird gängigerweise zum Ausgleich von unterschiedlichen Plattenstärken und für die frostfeste Verlegung im Außenbereich verwendet. Durch die im Vergleich zum Dünnbettverfahren dickere Kleberstärke wird eine wesentlich höhere Elastizität und damit verbundene Frostsicherheit erreicht.

Der Klebstoff wird anhand einer für das Mittelbettverfahren geeigneten Zahnkelle (breite Verzahnung) auf ca. 1-1,5qm Bodenfläche aufgezogen und gleichmäßig durchkämmt. Die Menge des aufgetragenen Klebers kann durch die verwendete Zahnung und der Schräghaltung der Zahnkelle reguliert werden. Zusätzlich trägt man auf die Fliesen- bzw. Plattenrückseiten ein etwa 1cm dicke Klebstoffschicht auf. Durch dieses sogenannte Buttering- / Floatingverfahren werden Hohlräume zum Schutz gegen eine spätere Wasseransammlung vermieden und man erhält eine vollflächige Haftung zum Untergrund. Die Fliesen bzw. Bodenplatten werden nun mit einer leichten Drehbewegung in das Kleberbett gedrückt und dann genau ausgerichtet. Um eine gleichmäßige Verlegung zu gewährleisten und ein Abrutschen der Wandfliesen zu verhindern, können Fliesenkreuze verwendet werden.


Verlegung im Dickbett

Vorteile gegenüber der Dünn- und Mittelbettverlegung:
- Belagskonstruktion in einem Arbeitsgang
- Günstigerer Materialpreis
- Unterschiede bezüglich der Plattenstärke und Unebenheiten im Untergrund können ausgeglichen werden.

Nachteile:
- Erhöhte Gefahr von Verfärbungen und Ausblühungen aufgrund des hohen Wasserüberschusses


Das Dickbettverfahren wird gängigerweise zur Verlegung von Natursteinplatten verwendet. Es eignet sich hervorragend zum Ausgleich von unterschiedlichen Plattenstärken und ist für die frostfeste Verlegung im Außenbereich besonders zu empfehlen. Durch die im Vergleich zum Dünn- und Mittelbettverfahren wesentlich dickere Kleberstärke wird eine deutlich höhere Elastizität und eine damit verbundene, sehr hohe Frostsicherheit erreicht.
Die Verlegung im Dickbettverfahren bietet neben der sehr guten Ausgleichsmöglichkeiten außerdem den Vorteil, dass kein Estrich vorhanden sein muss und die Belagskonstruktion deshalb in einem Arbeitsgang hergestellt werden kann. Allerdings wird ein haftfähiger Untergrund vorausgesetzt. Haftfähige Untergründe sind vor der Verlegung mit entsprechenden Produkten zu behandeln oder auch mit Wasser anzufeuchten.

Der Klebstoff wird anhand einer für das Dickbettverfahren geeigneten Zahnkelle (sehr breite Verzahnung) auf ca. 2-3qm Bodenfläche aufgezogen und gleichmäßig durchkämmt. Die Menge des aufgetragenen Klebers kann durch die verwendete Zahnung und der Schräghaltung der Zahnkelle reguliert werden. Die zu verlegenden Fliesen bzw. Bodenplatten sind vor der der Verfliesung in handwarmes Wasser zu tauchen und anschließend mit einer ca. 2,5cm dick aufgetragen Schicht zu versehen. Durch dieses so genannte Buttering- / Floatingverfahren werden Hohlräume zum Schutz gegen eine spätere Wasseransammlung vermieden und man erhält eine vollflächige Haftung zum Untergrund. Die Fliesen bzw. Bodenplatten werden nun in das Kleberbett gedrückt und dann genau ausgerichtet.

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Verfugung von Natursteinbelägen

Grundregeln
In der heutigen Zeit werden zum Verfugen fast ausschließlich vorgefertigte Fugenmörtel verwendet. Um ein gutes Fugenbild zu erhalten, sind bei der Verwendung der vielen verschiedenen Produkten stets die technischen Herstellerangaben und Anwendungshinweise genau zu befolgen. Bei größeren Fugen ist es oft ratsam, einen etwas grobkörnigeren Quarzsand beizugeben.

Restfeuchtigkeit
Um das Risiko optischer Schäden am Natursteinbelag zu minimieren, ist es besonders wichtig, die Restfeuchtigkeit des Mörtel- bzw Klebebetts durch die offenen Fugen entweichen zu lassen. Um eine Trocknung über die Kapillaren des Natursteins weitestgehend zu vermeiden, sind die Fugen im Idealfall erst nach der völligen Austrocknung des Belags zu verschließen.
Der Belag trocknet im unverfugten Zustand schneller ab und es besteht eine wesentlich verringerte Gefahr bezüglich Verfärbungen und Ausblühungen.

Auswahl der richtigen Fuge

Die Auswahl der richtigen Fuge des Natursteinbelags hängt neben den optischen Gesichtspunkt der Farbgestaltung auch von technischen Kriterien ab. Im Folgenden ist zwischen Bewegungsfugen, Schlemmfugen und breiten Fugen zu unterscheiden.

Bewegungsfugen
Bewegungsfugen sind nur mit dafür geeigneten, elastischen Fugenmaterial aufzufüllen. So sind große Verlegeflächen in einzelne Felder aufzuteilen, um sie voneinander elastisch zu entkoppeln. Dies dient dazu, Spannungen durch Extraktionen (Ausdehnungen) bzw. Kontraktionen (Schrumpfungen) im Natursteinbelag aufgrund von Wärme- und Kälteeinflüssen auszugleichen und einen dauerhaften Verbund der Fliesen bzw. Platten zu gewährleisten. Bewegungsfugen sind selbstverständlich auch an Übergängen zwischen Wand, Boden und Türen anzubringen (Anschlussfugen).

Auswahlkriterien für Schlemmfugen bzw. breite Fugen
Die Auswahl der Fugenbreite ist ein häufiger Diskussionsgrund zwischen Bauherrn und Verleger. Sie ist in jedem Fall schon vor Beginn der Verlegung eindeutig abzuklären.
Bauherrn möchten normalerweise am liebsten überhaupt keine Fuge haben, bzw. nur eine sehr schmale.
Dabei sollte Folgendes beachtet werden:
- Je schmaler die Fuge ist, desto weniger können Ungleichmäßigkeiten in Material und Untergrund ausgeglichen werden.
- Durch die Fugen und nicht etwa durch den Naturstein sollte die Feuchtigkeit entweichen. Schmale Fugen fördern jedoch die Austrocknung des Belags über den Naturstein und erhöhen demzufolge das Risiko von Verfärbungen und Ausblühungen signifikant.
- Offene und raue Natursteinoberflächen sind sorgfältiger und aufwendiger als glatte und polierte Oberflächen zu verfugen. Raues Material ist nach der Verfugung wesentlich schwerer zu reinigen und es sollte demzufolge auch kein spezieller, kunststoffmodifizierte Verfugungsmörtel eingesetzt werden.

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