Sedimentgesteine (Sedimentite)


Übersicht:

- Sedimentgesteine (Sedimentite)

- 1. Klastite
Konglomerat
Brekzie
Sandstein
Grauwacke
Schluffstein
Tonstein
Tonschiefer


- 2. Chemische Sedimente
Kalkstein
Dolomitstein
Muschelkalk
Travertin
Gips/Anhydrit
Steinsalz


- 3. Biogene Sedimente
Lucamelle
Kreide
Ölschiefer
Kohle
Lydit/Radiolarit
Phosphorit



Sedimentgesteine (Sedimentite)

Als Sedimentation bezeichnet man das Ablagern/Absetzen von Teilchen aus Flüssigkeiten oder Gasen unter dem Einfluss der Schwerkraft und anderen Kräften, wie zum Beispiel der erzeugten Zentrifugalkraft in einer Zentrifuge. Bildet sich zuunterst eine Schicht von Schwebstoffen, so nennt man diesen Bodensatz auch Sediment oder Dekantat.


Sedimentgesteine werden entsprechend ihrer Entstehung in:
klastische Sedimente (Klastite) oder Trümmergesteine, die aus Resten zerkleinerter anderer Gesteine bestehen,
chemische Sedimente , die aus ausgefällten chemische Verbindungen auskristallisieren und
biogene Sedimente oder Biolithe, die aus gesteinsbildenden Resten abgestorbener Lebewesen bestehen eingeteilt.
Die meisten Sedimente sind jedoch keiner Gruppe eindeutig zuzuordnen.

Im Gegensatz zu magmatischen Gesteinen sehen Sedimentgesteine geschichtet aus und haben aufgrund ihrer Schichtungen richtungsabhängige mechanische Eigenschaften (Petrophysikalische Anosotropie). Diese Schichtungen sind ähnlich dem Schiefer entweder sehr dünn, selten auch dicker und somit deutlich sichtbarer. Die Korngrößen der verschiedenen Sedimentgesteine variieren sehr stark. Die grobkörnigeren Sedimentengesteine lassen sich durch ihre deutlich sichtbaren Minerals- und Gesteinstrümmer, sowie dem, die Trümmer verkittenden, Bindemittel bestimmen.
Bei Sedimentgesteinen können fast alle Mineral- u. Gesteinsarten und häufig auch Fossilien als Fragmente im auftreten. Selten bestehen Sedimentgesteine sogar fast ausschließlich aus Fossilien.
Ihre Gefügestrukturen sind zumeist porös, doch können sie auch sehr dicht sein. Sedimentgesteine weisen zumeist einen niedrigen Härtegrad auf und eignen sich deshalb nicht für Arbeiten in stark frequentierten Bereichen.

Folgend werden die Zusammensetzungen und die optischen Unterscheidungsmerkmale der
Klastite ( Konglomerat , Brekzie , Sandstein , Grauwacke , Schluffstein , Tonstein , Tonschiefer )
chemischen Sedimentgesteine ( Kalkstein , Dolomitstein , Muschelkalk , Travertin , Gips/Anhydrit , Steinsalz )
biogenen Sedimentgesteine ( Lucamelle , Kreide , Ölschiefer , Kohle , Lydit/Radiolarit , Phosphorit ) bezüglich ihres Aussehens, ihrer Zusammensetzung und Verwendungsgebiete ausführlich dargestellt.

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1. Klastite

Durch Verfestigung von Gesteins- und Mineralbruchstücken und Verwitterung neu gebildeter Mineralien werden die Gesteine der Klastiten gebildet. Die Klastite werden anhand ihrer Partikelgröße aufgeteilt. So sind die Klastite in etwa durch folgende Partikelgrößen eingeteilt:

Konglomerat u. Brekzie 2 - 6,3 mm,
Sandstein u. Grauwacke 0,063-2 mm,
Schluffstein 0,063-0,002mm,
Tonstein u. Tonschiefer <0,002 mm.

Genauere Eigenschaften und Untersorten der jeweiligen Gesteine der Klastiten werden unter den jeweiligen Gesteinspunkten detailliert ausgeführt.

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Konglomerate bestehen aus einem feinem Bindemittel und detritischen Komponenten (ovalen, runden Trümmersteinen), deren Körner einen Durchmesser von mehr als 2mm aufweisen (Kies oder Geröll). Die Komponenten der Konglomerate können aus unterschiedlichen Gesteinen bestehen, sie sind polymikt. Diese unterschiedlichen Komponenten bestimmen auch die jeweilige Farbe des Steins.
Ihre Festigkeit unterliegt wegen ihrer stark variierenden Korngrößen großen Schwankungen. In manchen Sandsteinen treten feinkonglomeratische Lagen mit einem Gerölldurchmesser von 2,0 – 6,3 mm auf.
Da aus Marmor- und/oder Kalksteinen bestehende Konglomerate und Brekzien ähnliche Eigenschaften wie Marmor- und Kalkgesteine aufweisen, sollte bei der Verlegung dieser Gesteinssorten ein schnell abbindendes Verlegesystem gewählt werden. Sie sind außerdem sehr porös und nicht für die Verlegung auf Böden mit Fußbodenheizung geeignet.
Verwendung: Bodenbeläge, Wand- u. Fassadenverkleidungen.

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Brekzien sind klastische Sedimente, deren Komponenten aus verschiedenfarbigen, kantig gebrochenen Bruchstücken einer (sedimentäre Brekzien) oder mehrerer (tektonische Brekzien), Gesteinsarten bestehen. Sie sind deshalb von den Konglomeraten optisch sehr gut zu unterscheiden. Die Körner eines Brekzies bestehen zumeist aus Kalk und/oder Marmor und weisen einen Durchmesser von mehr als 2 mm auf. Die jeweiligen Komponenten des einzelnen Gesteins bestimmen das Farbbild.
Da aus Marmor- und/oder Kalksteinen bestehende Brekzien und Konglomerate ähnliche Eigenschaften wie Marmor- und Kalkgesteine aufweisen, sollte bei der Verlegung dieser Gesteinssorten ein schnell abbindendes Verlegesystem gewählt werden. Sie sind außerdem sehr porös und nicht für die Verlegung auf Böden mit Fußbodenheizung geeignet.
Verwendung: Bodenbeläge aller Art.

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Sandstein wird, wie die anderen Gesteine der Klastite, nicht durch seinen Mineralbestand, sondern durch seine Korngröße definiert. Sandstein ist ein Festgestein, das aus gerundeten bis kantigen Körnern besteht. Die Körnung Sand wird mit einem Größenintervall von 0,063 – 2 mm definiert.

Sandsteine sind Ablagerungs- oder Sedimentgesteine, die aus lockerem Sand, dem Sediment, durch Diagenese entstanden. Diagenese heißt die Umbildung lockerer Ablagerungen zu festen Gesteinen durch mehr oder weniger langzeitige Wirkung von Druck, Temperatur, chemischer Lösung und Abscheidung. Der Verlauf und die Intensität der diagenetischen Verfestigung hängt von der mineralogischen Zusammensetzung des Lockersediments, dem Auflastdruck und den im Porenwasser gelösten Stoffe ab.

Die miteinander „zusammengebackenen“ Körnchen des Sandsteins entstanden entweder von Vorgängergesteinen oder einfachen monomineralischen Kristallen.
Sandstein besteht zumeist zum Großteil aus Quarz, was auf das sehr häufige Auftreten dieses Minerals in den meisten anderen Gesteinen und seiner hohen Verwitterungsresistenz zurückzuführen ist. Untergeordnet treten Feldspäte, in kleineren Anteilen Schwerminerale wie Apatit, Granat, Rutil, Turmalin und Zirkon auf. Die Körnchen werden normalerweise durch Calcit, Lehm oder Schichtsilikate (blasser, hell glänzende Muskovit bzw. grüner Chlorit) zusammengehalten.

- Sandsteine die zu mehr als 90% aus Quarz bestehen, haben die Bezeichnung Quarzsandstein .
- Sandsteine mit einem Feldspatanteil von mehr als 50% werden Feldspatsandsteine genannt.
- Sandsteine mit kleineren Komponenten als 0,063 mm werden schluffige bzw. tonige Sandsteine genannt.
- Sandsteine, die Komponenten enthalten, die größer als 2 mm sind, haben die Bezeichnung konglomerathaltiger Sandstein.

Das Farbbild von Sandsteinen wird meist von mineralischen, seltener von organischen Beimengungen bestimmt. Insbesondere durch eisenhaltige Mineralien entsteht die jeweilige Färbung des Steins.
Die Rotfärbung des Buntsandsteins wird durch das Eisenmineral Hämatit (Roteisenstein) bewirkt, das als dünne Häutchen die Quarzsandkörner umhüllt. Silikatische Mineralien, die als Bestandteile zweiwertig gebundenes Eisen wie Chlorit oder Glaukonit enthalten, verleihen dem Gestein grünliche Farbtöne. Gelblichbraune bis braune Färbungen beruhen auf Bestandteile von Limonit (Brauneisenstein), der häufig in Form von Schlieren und konzentrisch angeordneten Ringen, aber auch fein verteilt oder in kleinen Nestern im Gestein vorkommt. Sandsteine aus reinem Quarzsand (Quarzsandstein) sind entsprechend der Farbe ihrer Quarzkörner im Gesamtbild hellgrau bis weiß.
Organische Einschlüsse von Pflanzenresten erzeugen schwarze bis schwarzbraune Flitter, Überzüge oder Häutchen.

Sandsteine sind wegen ihrer stark variierenden Mineralbestandteile oft sehr unterschiedlich in ihren technischen Eigenschaften. Daher ist für jeden Sandstein eine Information über die entsprechenden Verwendungsmöglichkeiten, Pflege- u. Verlegungsrichtlinien unerlässlich.
Zudem wird eine genaue Bemusterung der Sandsteine aufgrund des sehr ungleichmäßigen Strukturbildes, der stark variierenden Farben und Texturen, von Stein zu Stein stark erschwert.

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Grauwacke ist ein dunkelgrau, braungrau oder grüngrau gefärbter, polymikter Sandstein, der ein fein- bis grobkörniges, selten auch feinkonglomeratisch Gefüge aufweist. Grauwacke besteht aus den detritische Komponenten Quarz, Feldspat und zu mindestens 50% aus unaufgearbeiteten Gesteinsbruchstücken wie z.B. Lydit u. Quarzit. Untergeordnete Gemengeteile sind Glimmer, Chlorit und Tonmineralien. Eine schlechte Sortierung des Korns ist für dieses Gestein charakteristisch.
Verwendung: Pflastersteine und Wasserbausteine.

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Schluffstein (auch Siltstein) ist ein klastisches Sedimentgestein und liegt in seiner Korngröße zwischen Tonstein und Feinsandstein. Die Mineralkörner von Schluffsteinen weisen eine Korngröße von 0,002 - 0,063 mm auf.


Tonstein ist ein pelitisches Sedimentgestein mit einer Korngröße von weniger als 0,002mm. Sie bestehen überwiegend aus Tonmineralien wie z.B. Montmorillonit oder Illit. Quarz, Feldspat und Karbonate sind weitere Gemengeteile von Tonstein. Beimengungen von Limonit, Hämatit, Chlorit und organischen Kohlenstoffverbindungen (Bitumina) sind bestimmen die hell- bis dunkelgraue, schwarze, rote oder grüne Farbe des Gesteins.
Tonsteine mit einem höhere Gehalt an organischen Kohlestoffverbindungen tragen die Bezeichnung Ölschiefer. Fein geschichtete und parallel zu den Schichtflächen spaltende Tonsteine werden als Schieferton bezeichnet
Verwendung: Bodenbeläge, Tischplatten, Wand- u. Fassadenverkleidungen.

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Tonschiefer entsteht aus den Gesteinen Schieferton oder Tonsteindurch einen geringen Grad an Methmorphose.
Außer seinen Hauptbestandteil an Tonmineralien beinhaltet Tonschiefer u.a. das Mineral Quarz. Seine dunkelgraue bis schwarze, rote oder grüne Farbe wird durch seine farbgebenden Mineralien wie Chlorit (grün), Hämatit (rot) oder Bitumina (schwarz) bestimmt. Die Schieferungsflächen bituminöser Tonschiefer sind hydrophob (wasserabweisend).
Als Schieferung werden engständige, ebene und parallele, durch gerichteten Druck erzeugte Trennflächen im Gestein bezeichnet. Schieferungsflächen stehen stets senkrecht zur Druckrichtung. Deshalb wird die maximale Biegezugfestigkeit der Schiefer bei senkrecht einwirkender Drucklast zu den Schieferungsflächen gemessen.
Als Dachschiefer werden Tonschiefer bezeichnet, wenn ihre Schicht- und Schieferungsflächen parallel zueinander liegen.
Da bituminöser Tonschiefer hydrophop (wasserabweisend) ist, ist bei der Verlegung eine Haftbrücke notwendig. Auch ist zu beachten, dass schwarze, durch Bitumina gefärbte Tonschiefer ausbleichen.
Verwendung: Dachbedeckungen, Bodenbeläge, Wand- u. Fassadenverkleidungen.

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2. Chemische Sedimente (Ausscheidungssedimente)

Die chemischen Sedimentgesteine ( Kalkstein , Dolomitstein , Muschelkalk , Travertin , Gips/Anhydrit , Steinsalz und Kali- und Magnesia-Salze) entstehen durch Ansammlung organischer Bestandteile, verwitteter Steine und Prezipitate (Ausfällungen) die aus wässriger Lösung durch chemische oder biochemische Prozesse ausgeschieden werden.
Chemische Sedimente werden sowohl durch rein anorganische chemische Reaktionen gebildet, so etwa durch eine Reihe von Salzen, die beim Eindampfen von Meerwasser ausfallen (Evaporite), als auch durch biologisch induzierte Ausfällung. Beide Mechanismen sind möglich. In Bezug auf Kalke und Opal überwiegt die die biologisch induzierte Ausfällung.

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Kalkstein ist ein dichtes bis grobkörniges Sedimentgestein, das zu mindestens 80% aus Calcit (Kalkspat) besteht. Das Gestein kann aus feinkristallinem Kalksschlamm oder aus zusammengeschwemmten Kalkschalen oder anderen karbonatischen Organismenresten entstehen. Kalksteine, die fast ausschließlich aus Schalen oder Schalentrümmern bestehen, werden Lumachelle bzw. Schillkalk genannt. Fossilreiche Kalksteine werden auch als biogen entstandene Sedimente bezeichnet.
Aus karbonatreichem Quellwasser wird Calcit als Travertin ausgefällt.
Die Farben des Kalksteins (weiß, hell- bis dunkelgrau, schwarz, rot, braun, gelb, grünlich u. bläulich) werden durch die Beimengungen Limonit, Hämatit, Glaukonit und den organische Kohlenstoffverbindungen (Bitumina) bestimmt. Stark bituminöse Kalksteine geben beim Anschlagen mit dem Hammer einen Geruch nach Schwefelwasserstoff ab. Pyrit oder Markasit kommen ebenfalls gelegentlich vor. Kalksteine zeigen häufig Suturen, die als Stylolithen bezeichnet werden und durch Drucklösung von Calcit im festen Gestein entstanden sind.
Alle Kalksteine brausen im Gegensatz zu Dolomitstein schon mit kalter, verdünnter Salzsäure unter Entwicklung von Kohlendioxid stark auf. Die Stärke der Kohlendioxidentwicklung kann ein Hinweis auf die Höhe des Calcitanteils sein, doch reagieren feinkörnige Kalksteine heftiger als grobkörnige.
Kalksteine sind vom Dolomitstein und dem Marmor durch ihre Bruchkanten leicht zu unterscheiden. Während die Bruchkanten des Dolomitsteins und Marmors im Sonnenlicht glitzern, sind die Bruchkanten des Kalksteins stumpf.

Kalkstein wird wie der Dolomitstein häufig als Juramarmor bezeichnet.
Das liegt daran, dass die technischen Eigenschaften, wie auch die Kriterien bezüglich der Verlegung und Pflege u. Reinigung dem Marmor sehr ähnlich sind.
Auch beim Anwendungsgebiet sollte wie beim Marmor auf die schwache Abriebsbeständigkeit (stark frequentierte Bereiche) und Frostunbeständigkeit geachtet werden.
Die Verlegung ist nur mit schnell abbindenden Verlegesystemen und unter Anwendung von Dichtschlämme auf der Fliesenrückseite durchzuführen.
Bei hellen Kalksteinen besteht wegen der Kapillarität und häufiger, akzessorisch auftretender Mineralien wie Pyrit Verfärbungsgefahr. Auch ist zu beachten, dass schwarze, durch Bitumina gefärbte Kalksteine ausbleichen.
Verwendung: Bodenbeläge, Wandbekleidungen, Mauersteine, Massivarbeiten, Pflastersteine, Fenster- und Türeinrahmen.

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Dolomitsteine sind aus technischer Sicht sehr hochwertige Steine und haben elfenbeinige, hellgraue, graugelbe oder grüngraue Farben. Sie sind vom Äußeren den Kalksteinen sehr ähnlich und lediglich durch ihre, im Sonnenlicht, glitzernden Bruchkanten vom Kalkstein (stumpfe Bruchkanten) zu unterscheiden.
Dolomitsteine sind ein Karbonatgestein und bestehen zu mindestens 90% aus dem Mineral Dolomit. Bei einem geringeren Dolomitgehalt liegt ein dolomitischer Kalkstein vor. Weitere mineralische Gemengteile sind Calcit, Tonmineralien und Limonit. Dolomitsteine sind in ihrem Aussehen meist zuckerkörnig, weisen eine rauhe Bruchfläche auf, sind fossilfrei und entweder durch die primäre Ausfällung von Dolomit oder die sekundäre Dolomitisierung von Kalkstein entstanden.

Dolomitstein wird wie der Kalkstein häufig als Juramarmor bezeichnet.
Das liegt daran, dass die technischen Eigenschaften, wie auch die Kriterien bezüglich der Verlegung und Pflege u. Reinigung dem Marmor sehr ähnlich sind.
Auch beim Anwendungsgebiet sollte wie beim Marmor auf die schwache Abriebsbeständigkeit (stark frequentierte Bereiche) und Frostunbeständigkeit geachtet werden.
Die Verlegung ist nur mit schnell abbindenden Verlegesystemen und unter Anwendung von Dichtschlämme auf der Fliesenrückseite durchzuführen.
Verwendung: Bodenbeläge, Wandbekleidungen, Mauersteine, Massivarbeiten, Pflastersteine, Fenster- und Türeinrahmen.

Verwendung: Bodenbeläge aller Art und Pflastersteine.

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Muschelkalk ist die mittlere Stufe der Trias zwischen Buntsandstein und Keuper. Wie der Name schon andeutet, entstand der Muschelkalk im flachen Trias-Meer (Mitteleuropa) durch Ablagerung von fossilienführenden Kalken. Die namensgebenden Muscheln die teilweise gesteinsbildend auftreten, sind allerdings keine Muscheln sondern Armfüßer (Brachiopoda). Die Gesteinsbildung begann vor etwa 215 - 205 Millionen Jahren. Muschelkalk gliedert sich in drei Schichten (oberer, mittlerer u. unterer Muschelkalk).
Oberer und Unterer Muschelkalk bestehen hauptsächlich aus Kalkstein und Dolomit. Darin finden sich viele Fossilien. Der Mittlere Muschelkalk dagegen enthält fast keine Fossilien. Seine Hauptbestandteile sind neben den Kalken auch die sog. Evaporite (Eindampfungssedimente) wie Gips, Anhydrit und Steinsalz. Die Gesteine des Muschelkalks sind in der Regel durch hellgraue bis beige Farbtöne charakterisiert. Stellenweise bilden sich im Bereich des Muschelkalks sog. Einsturzdolinen. Diese Erdfälle ereignen sich bevorzugt dort, wo im Laufe der Zeit das Kalkgestein im Untergrund durch Wasser (Oberflächenwasser, Grundwasser) ausgelaugt wird (Verkarstung).
Muschelkalk entsteht durch die Kristallisierung von Calciumhydrogencarbonat. Calciumhydrogencarbonat löst sich in Wasser unter der Voraussetzung, dass der Kohlensäuregehalt in ausreichender Menge vorhanden ist. Anhand von Photosynthese durch Algen wird dem Wasser Kohlendioxide entzogen und der Kohlensäuregehalt sinkt, wodurch das Calciumhydrogencarbonat seinen gelösten Zustand nicht aufrecht erhalten kann. Es lagert sich in Kristallen zu Calciumcarbonat (Kalk) ab.
In manchen Regionen enthalten die Schichten des Oberen und des Unteren Muschelkalk erzhaltige Einschlüsse. Hauptsächlich handelt es sich hier um die Metalle Blei-, Silber- und/oder Zinkerze.

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Travertin (Travertino) sind Kalkgesteine von heller, meist gelblicher bis brauner Farbe mit einer mehr oder weniger porösen Oberfläche. Oft schließt er bei seiner Bildung Pflanzen und Pflanzenteile ein, die danach abgebaut, zersetzt werden. Die dadurch entstandenen Hohlräume zeigen häufig noch die äußere Struktur der Pflanzenteile. Hält danach die Kalkausfällung noch an, so können die Hohlräume unter Umständen noch geschlossen werden und der Travertin wird fester und somit besser bearbeitbar. Travertin ist in seinen natürlichen Vorkommen leicht zu brechen und sägen. Er eignet sich zum hervorragend zum Schleifen und Polieren.
Häufig weisen Travertine einen starken Schichtungscharakter mit einer lebhaften Bänderung auf und sind daher gut zu erkennen.
Travertin wird aus kalten oder warmen Süßwasserquellen, die Calcium- und Hydrogencarbonat-Ionen sowie Kohlenstoffdioxid enthalten, ohne Mitwirkung von Lebewesen (abiotisch) abgeschieden. Die geschieht dadurch, dass das Löslichkeitsprodukt für Calciumcarbonat durch Entweichen von Kohlenstoffdioxid überschritten wird. Travertin besteht fast ausschließlich aus Calciumcarbonat.
Nicht sehr feste Abscheidungen werden auch Kalktuff oder Duckstein genannt. Die veraltete Bezeichnung Kalktuff kommt von der Ähnlichkeit zum vulkanischen Tuffstein .
Bei gespachteleten Löchern auf der Oberseite sind Travertine leichter zu reinigen. Travertin ist zumeist nicht frostsicher, abriebsfest (stark frequentierte Bereiche) und als Belag auf Böden mit Fußbodenheizung geeignet.
Verwendung: Für Einbauten und Dekorationen jeglicher Art im Innenbereich und Fassadenverkleidungen

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Gips/Anhydrit
Gips ist ein chemisch-sedimentäres Produkt, das bei Eindampfungsprozessen in abgeschlossenen Meeresbecken gemeinsam mit Anhydrit und Steinsalz entsteht. Anhydrit ist ein Sedimentmineral und bildet sich oft als Verdunstungsprodukt von Meerwasser. Es kommt fast immer grobkörnig oder massiv, selten auch kristallin vor. In letzterem Fall ist es an drei im rechten Winkel zueinander stehenden Flächen gut spaltbar und unterscheidet sich dadurch von dem ansonsten äußerlich sehr ähnlichen Gips. Wegen seiner schweren Wasserlöslichkeit kann es sich direkt aus überhitztem Meerwasser ablagern oder aber zusammen mit Gips und Steinsalz bei Verdampfung entstehen. Anhydrit wird von Gipsspat und/oder Calcit begleitet.
In ariden Gebieten kommt es in Lockersedimenten zur Ausfällung von Gips aus aufsteigenden sulfathaltigen Lösungen. Die so entstandenen Gips-Aggregate werden aufgrund ihrer äußeren Form als Gipsrosen bzw Wüstenrosen bezeichnet.

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3. Biogene Sedimente

Biogene Sedimente wie Lucamelle , Kreide , Ölschiefer , Kohle , Lydit/Radiolarit u. Phosphorit , auch organogene Sedimentite oder Biolithe genannt, bilden sich durch Aktivitäten lebender Organismen wie auch aus Resten toter Organismen. Hierzu gehört die aktive Ausscheidung mineralischer Substanzen, die sich zu mächtigen Sedimentpaketen anhäufen kann, wie etwa Riffkalke. Reste abgestorbener Organismen können auch größere Sedimentkörper bilden, z. B. Torf oder Kohle , die durch die Anhäufung von abgestorbenen Pflanzenresten entstehen.
Biogene Seimentpartikel bestehen aus den Hartteilresten von Tieren und Algen. Den größten Teil machen Gehäuse von mikroskopischen einzelligen Tieren und Pflanzen aus. Die Hartteile bestehen aus Kalzit, Aragonit und Opal, sowie in geringem Umfang auch Apatit. Sedimente dieses Typs bedecken etwa 40% des Meeresbodens. Neben den Hartteilen werden auch die Reste organischer Kohlensoffverbindungen, die nicht bakteriell zersetzt werden abgelagert.

- Biogene Sedimente sind entweder Kalkschlämme oder Opalschlämme. Die entsprechenden Gesteine sind Kalksteine / Kreidefelden bzw. Radiolarite. Neben den kalzitbildenden Organismen existieren auch einige Formen mit Schalenteilen aus Aragonit, z.B. die Pteropoden (Flügelschnecken). Als relativ seltenes biogenes Sediment werden noch Phosphorit-Ablagerungen gebildet. Außerdem kann es unter bestimmten Umständen zur Anreicherung von organischem Kohlenstoff im Sediment kommen.Besonders reine biogene Sedimente findet man dort, wo keine Vermischung oder "Verdünnung" mit lithogenen Sedimenten erfolgt, d.h. landfern und vor allem auf isolierten Plateaus und Rücken, die nicht von Turbiditen erreicht werden können.
- Die Masse der biogenen Tiefsee-Sedimente werden durch relativ wenige Formen von planktischen Organismen gebildet: Coccolithophoriden (kalkiges Nannoplankton) und planktonische Foraminiferen wie Globigerinen erzeugen die Masse an kalzitischem Material. Diatomeen (Kieselalgen) und Radiolarien erzeugen die Masse an silikatischem Material.
- Biogene Flachwassersedimente werden unter anderem durch benthische kalkausscheidende Algen, Korallen, Mollusken und benthische Foraminiferen gebildet. Es handelt sich ausschließlich um Kalke. Flache, warme Meere sind Ablagerungsräume in denen Karbonatsedimente in hohen Bildungsraten erzeugt werden können, am sichtbarsten wird dies durch die Bildung von Kalkriffen und Karbonatplattformen.
- Pelagische Sedimente , die zu mindestens 30% aus Schalen oder Bruchstücken von Organismen bestehen werden als biogene Schlämme bezeichnet. Je nach Hauptgemengteil unterscheidet man zwischen foram(iniferal) ooze, diatom(aceous) ooze etc. Untergeordnete Nebengemengteile werden mit dem Adjektiv "bearing" vorweg gestellt, z.B. diatom-bearing radiolarian ooze (etwa: "diatomeenführender Radiolarienschlamm"). Reiner foram ooze, ein häufiges Tiefseesediment auf Rücken und Plateaus oberhalb der CCD wird auch Globigerinenschlamm genannt.

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Lucamelle bzw. ist ein Kalkstein , der fast ausschließlich aus Schalen oder Schalentrümmern besteht.
Die Farben des Kalksteins (weiß, hell- bis dunkelgrau, schwarz, rot, braun, gelb, grünlich u. bläulich) werden durch die Beimengungen Limonit, Hämatit, Glaukonit und den organische Kohlenstoffverbindungen (Bitumina) bestimmt. Stark bituminöse Kalksteine geben beim Anschlagen mit dem Hammer einen Geruch nach Schwefelwasserstoff ab. Pyrit oder Markasit kommen ebenfalls gelegentlich vor. Kalksteine zeigen häufig Suturen, die als Stylolithen bezeichnet werden und durch Drucklösung von Calcit im festen Gestein entstanden sind.
Alle Kalksteine brausen im Gegensatz zu Dolomitstein schon mit kalter, verdünnter Salzsäure unter Entwicklung von Kohlendioxid stark auf. Die Stärke der Kohlendioxidentwicklung kann ein Hinweis auf die Höhe des Calcitanteils sein, doch reagieren feinkörnige Kalksteine heftiger als grobkörnige.
Kalksteine sind vom Dolomitstein und dem Marmor durch ihre Bruchkanten leicht zu unterscheiden. Während die Bruchkanten des Dolomitsteins und Marmors im Sonnenlicht glitzern, sind die Bruchkanten des Kalksteins stumpf.

Kalkstein wird wie der Dolomitstein häufig als Juramarmor bezeichnet.
Das liegt daran, dass die technischen Eigenschaften, wie auch die Kriterien bezüglich der Verlegung und Pflege u. Reinigung dem Marmor sehr ähnlich sind.
Auch beim Anwendungsgebiet sollte wie beim Marmor auf die schwache Abriebsbeständigkeit (stark frequentierte Bereiche) und Frostunbeständigkeit geachtet werden.
Die Verlegung ist nur mit schnell abbindenden Verlegesystemen und unter Anwendung von Dichtschlämme auf der Fliesenrückseite durchzuführen.
Bei hellen Kalksteinen besteht wegen der Kapillarität und häufiger, akzessorisch auftretender Mineralien wie Pyrit Verfärbungsgefahr. Auch ist zu beachten, dass schwarze, durch Bitumina gefärbte Kalksteine ausbleichen.

Verwendung: Bodenbeläge, Wandbekleidungen, Mauersteine, Massivarbeiten, Pflastersteine, Fenster- und Türeinrahmen.

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Kreide ist ein Sedimentgestein. Es handelt sich dabei um eine weichere, weniger verfestigte Form von weißem oder hellgrauem Kalk . Die norddeutschen Kreideschichten entstanden vor ca. 100 millionen Jahren aus den Kalkschalen winziger, abgestorbener Meerestiere. Chemisch besteht Kreide fast ausschließlich aus Calcit.

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Ölschiefer entstand durch Fäulnis- oder Bitumenbildungsprozesse, selten auch durch beide Prozesse. Ölschiefer enthalten Bitumen oder schwerflüchtige Öle, oft kommen auch Fossilien vor. Der Anteil an organischem Material (Kerogen) liegt je nach Vorkommen zwischen 10% und 30%. Ölschiefer sind jedoch keine Schiefer im petrographischen Sinne, sondern umgeschichtete, nicht geschieferte Sedimentgesteine. Das Öl des Ölschiefers enstand aus abgestorbenem Plankton. Bei chromatographischen Untersuchungen lassen sich Aminosäuren und sogar Chlorophyll-Abbauprodukte feststellen.

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Kohle ist ein schwarzes oder bräunlich-schwarzes, festes Sedimentgestein. Braunkohle hat aufgrund des höheren Wassergehaltes einen niedrigeren Heizwert als Steinkohle.
Hartbraunkohle entstand durch Carbonisierung von Pflanzenresten (Inkohlung). Weichbraunkohle entsteht ausschließlich durch biochemische Prozesse.
Kohle besteht zu mehr als 50 Prozent des Gewichtes und über 70 Prozent des Volumens aus Kohlenstoff. Kohle ist ein Energieträger und wird als fossiler Brennstoff verwendet.

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Lydit o. Radiolarit ist ein sehr hartes Sedimentgestein, das auch die Bezeichnung Kieselschiefer trägt. Lydit ist ein dichtes, sprödes, muscheliges, schwer spaltbares Gestein und bricht scharfkantig. Lydits treten, je nach Pigmentanteil, in rötlichen, grünlichen, bräunlichen und schwarzen Farben auf..
Lydit o. Radiolarit ist schichtweise aufgebaut. Es wechseln sich Lagen mit Radiolarien-Skelettmaterial, organischem Pigment, klastischem Glimmer und Karbonat ab. Der Lydit o. Radiolarit ist ein biogenes Kieselgestein, das vorwiegend aus Radiolarien-Skeletten und ihren Trümmern, d.h. aus Siliziumdioxid besteht.
Verwendung: Wegebaumaterial

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Phosphorit , ein dichtes, meist erdiges-lockeres Mineralgemenge, das aus phosphorreichem Kalk entstand und gesteinsbildend in mächtigen Schichten vorkommen kann. Der Hauptbestandteil von Phosphorit ist das Mineral Karbonatfluorapatit, das größtenteils organischer Herkunft ist und z.B. aus der Zersetzung phosphorhaltiger tierischer Hartteile stamm.
Verwendung: Chemische Industrie u.Düngemittelindustrie.

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