Oberflächenauswahl für perfekte Arbeiten aus Marmor und Granit!


Übersicht:

- Einleitung
- Allgemeines über Natursteinoberflächen
- Keine polierten Oberflächen auf vor Witterungseinflüssen ungeschützten Böden
- Werden Natursteinoberflächen durch Laser oder Chemie rutschsicher?
- Sind geschliffene Natursteinoberflächen rutschsicher?
- Rutschsichere Natursteinoberflächen durch stocken
- Rutschsichere Oberflächen durch flammen von Granit
- Rutschsichere Oberflächen durch Hochdruck-Wasserstrahl
- Rutschsichere Oberflächen durch sandstrahlen
- Rutschsichere Oberflächen durch kristallisieren
- Rutschsicher durch bruchraue Oberflächen



Einleitung

Die richtige Oberfläche ist entscheidend für Erfolg und Misserfolg einer jeden Arbeit. Gerade im Bereich der Natursteinböden aus z.B. Marmor und Granit wird man vor die Frage der richtigen Oberflächenauswahl gestellt. Hier ist nicht zuletzt die Haftungsfrage bei Unfällen für einen Architekten, Handwerker aber auch einer Privatperson von entscheidender Bedeutung.
Natürlich sind glatte, polierte Natursteinoberflächen einfacher als unebene, reliefartige und aufgeraute Oberflächen zu pflegen und zu reinigen. Auch ist zu beachten, dass so mancher, poliert beeindruckend aussehender Naturstein, ohne Politur seinen Glanz und seine Ausstrahlung verliert. Andererseits gibt es auch solche Natursteine, die erst mit rauer Oberfläche wirklich beeindruckend wirken.
Die Oberflächenauswahl (ob poliert, geflammt, antikisiert, bruchrau, kristallisiert, geschliffen oder sandgestrahlt etc.) ist unter Beachtung, der an den Natursteinbelag gestellten Anforderungen gründlich abzuwägen. Bevor eine Entscheidung bezüglich der Natursteinsorte getroffen wird, sollte man sich unbedingt ein Muster des Steins mit der letztlich gewählten Oberflächenbearbeitung ansehen.
Informationen bezüglich der richtigen Pflege, Reinigung und Entfernung von Flecken bei Natursteinen erhalten Sie hier.

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Allgemeines über Natursteinoberflächen

Bis vor kurzem wurden keine „natürlichen“ oder „bruchrauen“ Oberflächen für Arbeiten aus Naturstein verwendet Da heutzutage fast alle Steine mit Maschinen gewonnen werden und entsprechend glatte Bruchkanten und Oberflächen haben, sind Produkte aus Naturstein zumeist nur in mit Poliermaschinen vorbehandelten Oberflächen (in polierter oder geschliffener Form) erhältlich. Doch ist nicht jeder Stein in jeder Oberfläche erhältlich, da manche Steinsorten z.B. nicht poliert bzw. geflammt werden können. Oftmals wäre es auch zu kostspielig, ein Werkstück in einer bestimmten Oberfläche zu fertigen.

Die Struktur des Gefüges eines Natursteins bildet sich in der Oberfläche des Steins ab. Sind etwa Quarzadern, große Poren oder offene Stellen in der Steinstruktur vorhanden, so sind diese Bestandteil des Steins und folglich auch immer sichtbar. Sie machen den individuellen Charakter eines Natursteins aus. Dabei ist jedoch zu erwähnen: Je „offener eine Oberfläche eines Steins ist, desto höher ist die Verschmutzungsgefahr und folglich der Pflege- und Reinigungsaufwand.


Mögliche Gefügestrukturen sind:

- feinporig dicht
- mittelporig
- grobporig
- offene Oberflächenstruktur (z.B. Travertine)
- schwach geadert
- stark geadert
- homogene und heterogen Strukturen.


Mögliche Oberflächenbehandlungen bei Natursteinen sind:


- naturrau (z.B. Schiefer, Solnhofener)
- diamantgesägt in der Taglia Blocchi (z.B. Granit)
- gesägt u. gesäuert in der Gattersäge (z.B. Granit)
- geschliffen (grob, mittel, fein, mattglanz) (z.B. Granit)
- geflammt (z.B. Granit)
- hochglanzpoliert (z.B. Granit, Marmor)
- sand-, jet-, schrottgestrahlt u. abgerieben (z.B. Marmor)
- antikisiert durch strahlen, säuern, schleifen, waschen in der Trommel (z.B. Marmor)
- in seltenen Fällen stocken, spritzen und scharrieren (z.B. Marmor)

Besonders dunkle Steine verlieren bei nicht polierten Oberflächen ihren optischen Reiz. Deshalb wurden Verfahren entwickelt, um Böden mit polierten Oberflächen rutschfester machen. Dies geschieht anhand chemischer und physikalischer Verfahren (Lasertechnik).

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Keine polierten Oberflächen in öffentlichen Bereichen und auf vor Witterungseinflüssen ungeschützten Böden

Hochglanzpolierte Böden aus Natursteinen wie Marmor und Granit glänzen besonders schön. Doch grundsätzlich gilt: Niemals hochglanzpolierte Natursteinböden auf vor Witterungseinflüssen ungeschützten Außenbereichen oder in Nassräumen verlegen. Auch in öffentlichen Bereichen ist die Verlegung hochglanzpolierter Natursteinböden aus Marmor und Granit unbedingt zu unterlassen.

Nasse Böden verwandeln sich im feuchten Zustand in „Rutschbahnen“ . Hier ist neben der erhöhten Verletzungsgefahr besonders die Haftungsfrage von außerordentlicher Bedeutung.
Außerdem ist Marmor ein relativ weiches Gestein, nicht frost und bruchsicher und deshalb nicht für Arbeiten in vor Witterungsverhältnissen ungeschützten Bereichen verwendbar.

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Werden Natursteinoberflächen durch Laser oder Chemie rutschsicher?


Durch physikalische oder chemische Behandlungen können hochglanzpolierte Natursteinoberflächen wie Marmorböden rutschsicherer gemacht werden. Jedoch können auch diese Behandlungen keine Oberflächen rutschfest machen.
Die physikalische Oberflächenbehandlung ist die neuere Form und erfolgt mittels Laser. Diese Methode ist relativ teuer und vor allem für den professionellen Bereich, in Büros und anderen öffentlichen Gebäuden gedacht. Mit einem Laser werden hierbei in die fertig polierte Natursteinoberfläche kleine Löcher von nur wenigen zehntel Millimeter Durchmesser und Tiefe geschossen. Die Löcher sind mit dem bloßen Auge zwar kaum sichtbar, haben aber dennoch eine rutschhemmende Wirkung.
Bei der chemischen Oberflächenbehandlungen wird der zu behandelnde Naturstein z. B. durch Flusssäure abgestumpft. Die Hochglanzpolitur wird dabei jedoch in Mitleidenschaft gezogen. Während härtere Steinarten wie z.B. Marmor lediglich einen geringen Glanzverlust erleidet, wird eine weiche Oberfläche von z.B. Kalkstein erheblich in ihrem Glanz abgeschwächt.

Diese Methoden können nur von dafür eigens ausgebildetem Fachpersonal vorgenommen werden, um eine Vermeidung von erheblichen Schäden am Naturstein zu gewährleisten.

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Sind geschliffene Natursteinoberflächen rutschsicher?


Geschliffene Oberflächen haben den Vorteil, dass sie relativ einfach herzustellen sind. Hierbei wird ähnlich wie beim Polieren eines Natursteins vorgegangen. Doch wird bei dieser Oberflächenbehandlung eine wesentlich gröbere Körnung als beim Polieren verwendet.
Die geschliffene Oberfläche wirkt matt und weniger farbig. Oft kann aber die Struktur des Steins noch erkannt werden. Ist der Naturstein feucht, so sieht er fast wie poliert aus. Eine geschliffene Oberfläche ist gleichmäßig und wirkt trotzdem rutschhemmend - jedoch nicht rutschsicher. Daher ist sie nur bedingt für den Einsatz als Bodenbelag in Außen- oder Nassbereichen geeignet.

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Rutschsichere Natursteinoberflächen durch Stocken


Das Stocken von Natursteinen ist ein bewährtes Verfahren, um Rutschsicherheit zu erlangen. Stocken geschieht anhand einer Stockmaschine, die vom Verfahren her einem Tellerschleifer gleicht. Jedoch werden im Unterschied zu diesen Tellerschleifmaschinen keine Schleifscheiben verwendet, sondern auf der Scheibenunterseite in Gummi gelagerte Hartmetallspitzen.
Durch das Reiben der Hartmetallspitzen auf der zu behandelten Natursteinoberfläche werden kleinste Abplatzungen erzeugt, die den Stein rutschsicher machen.
Diese Art der Oberflächenbehandlung kann auch vom Laien vorgenommen werden. Dafür geeignete Maschinen kann man sich vielen Maschinenverleihen mieten.

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Rutschsichere Oberflächen durch Flammen von Granit


Das Flammen von Natursteinoberflächen wird auf Granitoberflächen angewendet. Beim Flammen wird die geschliffene Oberfläche für kurze Zeit einer großen Hitze ausgesetzt. Die verschiedenen Bestandteile, aus denen Granite zusammengesetzt sind, dehnen sich unter der Hitze jedoch unterschiedlich stark aus, wodurch vor allem die härteren Bestandteile herausgelöst (herausgesprengt) werden. Deshalb hat ein geflammter Granit hat eine leicht unebene, hügelige Oberfläche, die aber zumeist trotzdem die Struktur und Farbe des Steins sehr gut erkennen lässt. Eine geflammte Granit-Oberfläche eignet sich sehr gut für Schwimmbäder, Bäder, Gartenwege und Terrassen.

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Rutschsichere Oberflächen durch Hochdruck-Wasserstrahl


Eine relativ neue Methode der Oberflächenbehandlung von Naturstein ist das Verfahren mit einem Hochdruck-Wasserstrahl. Hierbei wird die gesägte oder geschliffene Oberfläche des Natursteins mit einem Hochdruck-Wasserstrahl beschossen. Dabei werden die weicheren Bestandteile der Natursteinoberfläche heraus gespült und es entsteht eine raue, leicht hügelige Oberfläche. Vom Aussehen ähnelt diese Oberflächenbehandlung der geflammten Naturstein-Oberfläche sehr. Im Vergleich zur geflammten Oberfläche hat diese Methode jedoch einen wichtigen Vorteil: Während beim Flammen vor allem harten Quarze aus der Natursteinoberfläche herausgesprengt werden, sind es beim Beschuss mit einem Hochdruck-Wasserstrahl ausschließlich die weicheren Bestandteile des Granits, die verschwinden. So behandelte Natursteinoberflächen sind daher wesentlich langlebiger in ihrer Rutschfestigkeit im Vergleich zu geflammten Natursteinen und eignen sich deshalb für stark frequentierte Bereiche besonders gut.

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Rutschsichere Oberflächen durch sandstrahlen


In Italien, bei den Meistern der Marmor- und Granitverarbeitung, ist man in der Sandstrahltechnik mittlerweile sehr weit fortgeschritten. Natursteine können dort schon so genau behandelt werden, dass sie ,im Gegensatz zu bruchrauen und geflammten Oberflächen, einerseits rutschsicher werden und andererseits die Natursteinoberfläche eben bleiben. Daher eignet sich ein sandgestrahlter Naturstein sehr gut für Böden in Nassbereichen und eingeschränkt für Außenbereiche.

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Rutschfestere Oberflächen durch kristallisieren


Die Kristallisation von Marmor ist ein chemisches Verfahren, das nur für den Innenbereich geeignet ist. Durch dieses Verfahren wird eine polierte Marmoroberfläche rutschfester gemacht. Aber auch durch die Zeit unansehnliche gewordene und zerkratzte Marmorböden können durch dieses Verfahren wieder aufgewertet werden.
Bereits verlegte Böden werden bei dieser Technik zuerst grundgereinigt und mit Stahlwolle aufgeraut. Anschließend wird anhand einer dafür geeigneten Emulsion der Natursteinbelag auf Hochglanz poliert.

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Rutschsicher durch bruchraue Oberflächen


Bruchraue Oberflächen erhält man durch maschinelle ausgeführte Meiselschläge auf die Oberfläche der zuvor abgesprengten Natursteinblöcke. Sie werden durch dieses Verfahren in einzelne Platten aufspalten. Jedoch eignen sich für dieses Verfahren nur ganz bestimmte Steinsorten. Schiefer, besonders der skandinavische Quarz-Schiefer, eignet sich wegen seines sehr hohen Härtegrad besonders gut. Jedoch kann der Quarz-Schiefer beim Aufspalten in unterschiedliche stärken aufbrechen. Deshalb müssen die dünnen Platten bei der Verlegung teilweise mit Mörtel unterfüttert werden, um eine „gleichmäßige“ Oberfläche zu erhalten. Aus diesem Grund eignen sich die Solnhofener Platten, die bereits in einer Stärke von ca. 7 cm vorkommen, am besten für diese Art der Oberfläche.

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